Rechtsanwalt Stefan List: Erbrecht

Ich berate und vertrete Sie in allen Fragen des Erbrechts.

Erbrecht und Familienrecht stehen in einem engen Zusammenhang. Das Erbrecht stellt im Detail eine komplizierte Rechtsmaterie mit zahlreichen „Fallstricken“ dar. Ich verfüge im Erbrecht über eine intensive Berufspraxis von 30 Jahren. Ich bin mir der von einem auf dem Gebiet Erbrecht tätigen Rechtsanwalt zu fordernden hohen menschlichen Verantwortung bewusst. Wegen des familiären Zusammenhanges und der langen Dauer und hohen Kosten gerichtlicher Auseinandersetzungen muss ein Rechtsanwalt darauf achten, schon bei der Gestaltung letztwilliger Verfügungen die Vermeidung späterer Konflikte auf dem Gebiet Erbrecht zu vermeiden. Gleiches gilt, wenn sich das Erbrecht nach dem Tod des Erblassers realisiert. Ich biete Ihnen im Bereich Erbrecht Beratung und Vertretung insbesondere in folgenden Angelegenheiten:

  • Gestaltung und Auslegung letztwilliger Verfügungen
    (Testament, Gemeinschaftliches Testament, Erbvertrag, Vermächtnis)
  • Beratung und Vertretung in der Erbauseinandersetzung (Erbengemeinschaft)
  • Unternehmensnachfolge, Gestaltung von Gesellschaftsverträgen im Hinblick auf den Todesfall
  • Pflichtteil (Geltendmachung oder Abwehr von Pflichtteilsansprüchen, Auskunftsanspruch, Bewertungsanspruch, notarielles Nachlassverzeichnis, Ausgleich von Schenkungen und Zuwendungen, Pflichtteilsergänzungsanspruch)
  • Erbenhaftung, Dürftigkeit des Nachlasses, Nachlassinsolvenz
  • Erbverzicht, Pflichtteilsverzicht, Enterbung
  • Nacherbschaft, Vorerbschaft
  • Erbschein (Vertretung im gerichtlichen Verfahren auf Erteilung eines Erbscheins)
  • Ausschlagung des Erbes
  • Ausgleichung von Zuwendungen und Schenkungen unter Lebenden
  • Testamentsvollstreckung
  • Vertretung in gerichtlichen Verfahren auf dem Gebiet Erbrecht (Pflichtteilsklage, Klage auf Feststellung des Erbrechts, Erbauseinandersetzungsklage, Klage auf Herausgabe von Nachlassgegenständen, Auskunftsklage)
  • Erbschaftsteuer
  • Vollmacht über den Tod hinaus (transmortale Vollmacht, postmortale Vollmacht).

Auch im Erbrecht ist meine Tätigkeit nicht auf den regionalen Bereich Kiel beschränkt. Schon daraus, dass zahlreiche Familien in der heutigen Zeit mindestens über das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland verteilt leben, ergibt sich die Notwendigkeit der bundesweiten Tätigkeit als Rechtsanwalt.


Aktuelle Rechtsprechung im Erbrecht

Anfechtung der rechtlichen Vaterschaft nach unzulässiger Embryonenspende durch getrennt lebenden Ehemann:

Oberlandesgericht Frankfurt: Hat der die Vaterschaft Anfechtende nicht in den konkreten Befruchtungsvorgang eingewilligt und war die eheliche Lebensgemeinschaft vorher gescheitert, kann der getrennt lebende Ehemann die Vaterschaft für ein durch unzulässige Embryonen gezeugtes Kind familienrechtlich anfechten (Beschluss vom 20.06.2018 - 2 UF 194/16).

Änderung einer Regelung für die Kindesbetreuung nur bei triftigen Gründen des Kindeswohls:

Oberlandesgericht Frankfurt am Main: Wurde nach der Trennung der Eltern der einem Elternteil der Aufenthalt des Kindes familiengerichtlich zugesprochen, kommt die Anordnung eines paritätischen Wechselmodells nur aufgrund triftiger Gründe des Kindeswohls in Betracht. Der Kindeswille ist bei der Entscheidungsfindung nur eine von mehreren Gesichtspunkten (Beschluss vom 16.10.2018 - 1 UF 74/18).

Stiefkindadoption bei Leihmutterschaft:

Amtsgericht Frankfurt/Main: Familienrechtlich ist bei Leihmutterschaft eine Adoption durch die Wunschmutter nur statthaft, wenn das Kindeswohl die Adoption erfordert (Beschluss vom 09.04.2018 - 470 F 16020/17 AD).

Verbleib eines Hundes nach Ehescheidung:

Oberlandesgericht Oldenburg: Ein Hund gilt bei Trennung oder Scheidung von Eheleuten als Hausrat. Bei der Zuteilung von Tieren ist der Tierschutz zu berücksichtigen, sodass maßgeblich ist, wer die Hauptbezugsperson des Tieres ist (Beschluss vom 16.08.2018 -11 WF 141/18).

Unwirksamkeit eines gemeinschaftlichen Ehegattentestaments bei ausgesetztem Scheidungsverfahren:

Oberlandesgericht Oldenburg: Lassen sich Ehegatten später scheiden oder stellt ein Ehegatte Scheidungsantrag, sodass die Voraussetzungen für eine familienrechtliche Scheidung vorliegen oder stimmt ein Ehegatte dem Scheidungsantrag des anderen zu, verliert ein gemeinschaftliches Ehegattentestament (hier: Berliner Testament) erbrechtlich seine Wirkung. Eine Aussetzung des Scheidungsverfahrens ändert daran nichts (Beschluss vom 26.09.2018 - 3 W 71/18).

 

Rechtsprechung Erbrecht in Schleswig-Holstein

Anspruch auf Vollziehung einer Auflage:

Oberlandesgericht Schleswig: Beansprucht eine Behörde die Vollziehung einer im öffentlichen Interesse liegenden testamentarischen Auflage, richtet sich die Bestimmtheit des Klageantrags nach dem Inhalt der Auflage. Ist die Art und Weise der zweckgerichteten Auflagenerfüllung dem beschwerten Erben überlassen, muss in Kauf genommen werden, dass sich der eigentliche Streit in das Vollstreckungsverfahren verlagert. Wendet der Erbe ein, er habe die Erbschaftsmittel auflagengemäß verwandt, behauptet er die Erfüllung der Auflage und trägt die entsprechende Darlegungs- und Beweislast. Er kann sich nicht darauf berufen, die Erfüllung der Auflage sei ihm unmöglich geworden, weil die Nachlassmittel verbraucht habe (Urteil vom 08.09.2017 - 3 U 16/17)

Rechtsfolgen einer Anfechtung einer letztwilligen Verfügung wegen Übergehung des Pflichtteilsberechtigten:

Oberlandesgericht Schleswig: Die rechtswirksame Anfechtung einer letztwilligen Verfügung wegen Übergehung eines Pflichtteilsberechtigten bewirkt die Nichtigkeit der gesamten letztwilligen Verfügung. Einzelne Verfügungen bleiben nur dann wirksam, wenn festgestellt ist, dass der Erblasser sie bei Kenntnis vom übergangenen Pflichtteilsberechtigten ebenso getroffen hätte (Beschluss vom 07.12.2015 – 3 Wx 100/15).

Testamentsauslegung bei letztwilliger Zuwendung eines Einzelgegenstandes:

Oberlandesgericht Schleswig: Die letztwillige Zuwendung eines einzelnen Gegenstandes kann dann als Einsetzung des Bedachten zum Alleinerben ausgelegt werden, wenn der Nachlass sich im wesentlichen in dem Wert des zugedachten Gegenstandes erschöpft. Ein für alle Fälle geltendes festes Wertverhältnis zwischen Nachlass und zugedachten Gegenstand kommt nicht in Betracht. Bei einem Wertverhältnis von 78 % und Berufung von zwei Testamentsvollstreckern sind Zweifel an der Berufung des bedachten zum Alleinerben berechtigt (Beschluss vom 07.08.2015 – 3 Wx 61/15).

Unwirksamkeit eines unleserlichen eigenhändigen Testaments:

Oberlandesgericht Schleswig: Ein unleserliches, auch mithilfe eines Sachverständigen nicht vollständig entzifferbares Testament ist unwirksam (Beschluss vom 16.07.2015 - 3WX 19/15).

Auslegung einer Erbausschlagung „aus allen Berufungsgründen“ und Pflichtteil:

Oberlandesgericht Schleswig: Die Wirkungen einer Erbausschlagung „aus allen Berufungsgründen“ auf dem Pflichtteilsanspruch sind im Einzelfall festzustellen. Das Wahlrecht zwischen Pflichtteil und Erbenstellung besteht nur, wenn alle dem Erben hinterlassenen Erbteile aufgrund letztwilliger Verfügung und kraft gesetzlicher Erbfolge mit Beschränkungen Beschwerungen verbunden sind. Will der Pflichtteilsberechtigte klären, ob der Erbeschenkungen vom Erblasser erhalten hat kann er vom Erben Auskunft verlangen. Dies gilt auch dann, wenn der Pflichtteilsberechtigte keine Anhaltspunkte für Schenkungen aufzeigen kann (Urteil vom 02.09.2014 - 3 U 3/14).