Familienrecht
Fachanwalt Stefan List

Ich berate und vertrete Sie z.B. in folgenden Angelegenheiten:

      • Ehescheidung
      • Abschluss, Optimierung und Prüfung von familienrechtlichen Verträgen (z.B. Ehevertrag, Scheidungsfolgenvertrag)
      • Unterhalt, Ehegatten für die Zeit bis zu einer Scheidung und im Anschluss an eine Scheidung auch bei selbständiger Erwerbstätigkeit eines der Beteiligten oder bei der Beteiligten
      • Betreuungsunterhalt nicht verheirateter Eltern
      • Kindesunterhalt
      • Trennung (frühzeitige Erstellung eines Handlungskonzepts und Weichenstellung, Einleitung der familienrechtlich notwendigen Maßnahmen)
      • Vermögensauseinandersetzung, also Auseinandersetzung gemeinsamer Vermögenswerte wie Immobilien auch durch Teilungsversteigerung, Kapitalanlagen usw.
      • Versorgungsausgleich (Ausgleich der während der Ehe erworbenen Versorgungsanrechte z.B. aus der gesetzlichen Rentenversicherung oder betrieblichen Altersversorgung)
      • Zugewinnausgleich, Güterrecht (insbesondere Ausgleich des während der während der Ehe hinzuerworbenen Vermögenswerte)


Als Rechtsanwalt befasse ich mich seit 30 Jahren intensiv mit dem Familienrecht und den damit untrennbar zusammenhängenden Rechtsgebieten (z.B. Gesellschaftsrecht, Insolvenzrecht, Sozialversicherungsrecht, Immobilienrecht usw.). Einen Schwerpunkt meiner Tätigkeit auf dem Gebiet des Familienrechts bildeten rechtliche Auseinandersetzungen unter Beteiligung von Selbstständigen (Freiberufler wie Ärzte, Architekten und Gewerbetreibende).

Das Familienrecht hat sich immer mehr zu einer hoch komplexen Materie entwickelt. Die Bearbeitung familienrechtlicher Mandate als Rechtsanwalt erfordert daher zunächst ein hohes Maß an Fachwissen und dessen Aktualisierung durch ständige Fortbildung. Ferner sind sind die Mandanten emotional betroffen, sodass es auch in der menschlichen Verantwortung des Rechtsanwalts liegt, mit den vom Familienrecht zur Verfügung gestellten Mitteln innerhalb eines angemessenen Zeitraumes eine weitgehende Wiederherstellung der Lebensqualität zu erreichen. Dazu ist es notwendig, dass Mandant und Rechtsanwalt gemeinsam realistische und rechtlich erreichbare Ziele abzustecken.

Durch meine langjährige Tätigkeit als Rechtsanwalt am Sitz des Amtsgerichts Kiel sind mir die regionalen familienrechtlichen Besonderheiten vertraut. Meine Tätigkeit im Bereich Familienrecht beschränkt sich jedoch nicht auf Kiel oder den Großraum Kiel, sondern erstreckt sich auf das gesamte Bundesgebiet. Ich übernehme also auch gerne Mandate und Termine außerhalb von Kiel.


Aktuelle Rechtsprechung im Familienrecht

Scheidung vor Ablauf des Trennungsjahres:

Oberlandesgericht Oldenburg: Eine Ehescheidung kommt auch vor Ablauf des Trennungsjahres in Betracht, wenn der Ehemann gegenüber der Ehefrau über Jahre gewalttätig war und sie gedemütigt hatte. Unter diesen Umständen kann das Festhalten an der Ehe während des Trennungsjahres familienrechtlich eine unzumutbare Härte darstellen (Beschluss vom 26.04.2018- 4 UF 44/18).

Unterhaltsvorschuss und Mitwirkung der Mutter an der Bestimmung des Kindesvaters:

Oberverwaltungsgericht Koblenz: Die Kindesmutter kann keine Leistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz beanspruchen, wenn sie nicht alles ihr Mögliche und Zumutbare unternimmt, um die Bestimmung des Kindesvaters zu ermöglichen. Dazu gehört, dass Sie sofort nach Beginn der Schwangerschaft Nachforschungen zur Person des Kindesvaters anstellt (Urteil vom 24.09.2018 - 7 A 10300/18).

Kein Anspruch nach früherer außerehelicher Beziehung auf Vaterschaftstest:

Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte: Nach einer früheren Beziehung mit einer verheirateten Frau hat der „Liebhaber“ familienrechtlich keinen Anspruch darauf zu erfahren, ob er Vater eines ihrer Kinder ist (Urteil vom 26.07.2018 – 16112/15).

Ausbildungsunterhalt für Zweitausbildung:

Oberlandesgericht Hamm: Haben die Eltern ihrem Kind eine dessen Begabungen und Neigungen entsprechende angemessene Ausbildung finanziert, findet das Kind aber nach Abschluss der Ausbildung keine Arbeitsstelle, sind die Eltern auch bei guten wirtschaftlichen Verhältnissen familienrechtlich grundsätzlich nicht verpflichtet, dem Kind eine weitere Berufsausbildung zu finanzieren (Beschluss vom 15.05.2018 -II-7 UF 18/18).

Veröffentlichung von Fotos eines Kindes im Internet:

Oberlandesgericht Oldenburg: Die Veröffentlichung von Fotos eines Kindes getrennt lebender, gemeinsam sorgeberechtigten Eltern auf einer kommerziellen Internetseite ist familienrechtlich eine Angelegenheit von erheblicher Bedeutung und erfordert beiderseitiges Einvernehmen (Beschluss vom 24.05.2018 - 13 W 10/18).


Rechtsprechung Familienrecht in Schleswig-Holstein

Kein gleichzeitiges Scheidungsverfahren vor libanesischem Scharia-Gericht und deutschem Familiengericht:

Oberlandesgericht Hamm: Das Verfahrenshindernis der doppelten Rechtshängigkeit steht gleichzeitigen Scheidungsverfahren vor einem libanesischen Scharia-Gericht und einem deutschen Familiengericht entgegen (Beschluss vom 06.01.2017 - 3 UF 106/16).

Kinderpsychologisches Gutachten bei Umgangsausschluss, Kindesanhörung:

Oberlandesgericht Schleswig: Je schwerwiegender durch eine familiengerichtliche Entscheidung in Rechte der Eltern eingegriffen wird, desto eher ist die Einholung eines kinderpsychologischen Sachverständigengutachtens erforderlich. Vor Anordnung eines vollständigen Umgangsausschlusses sind mildere Maßnahmen (z.B. Anordnung eines begleiteten Umgangs) zu prüfen. Eine gemeinsame Anhörung von 4 Kindern im Alter von 5-11 Jahren ist zur Ermittlung des Kindeswillens nicht geeignet. Die Ermittlung eines beachtlichen ablehnenden Kindeswillens zu Begründung eines vollständigen Umgangsausschlusses erfordert insbesondere bei kleinen Kindern häufig die Einholung eines kinderpsychologischen Sachverständigengutachtens (Beschluss vom 22.09.2015 - 10 UF 105/15).

Halbteilungsgrundsatz im Versorgungsausgleich:

Oberlandesgericht Schleswig: Im Rahmen des Ausspruchs zum Versorgungsausgleich sind die genaue Bezeichnung und Rechtsgrundlage des übertragenen Anrechts anzugeben. Die Versorgungsträger sind bei der Berechnung des Ausgleichswerts nicht darauf beschränkt, die Bezugsgröße nominal zu teilen, sondern es stehen ihnen insoweit Ermessensspielräume zu. Die Höhe des Ausgleichwertes wird ermittelt, indem der hälftige Ehezeitanteil der ausgleichpflichtigen Person anhand ihrer versicherungmathematischen Barwertfaktoren in einen Kapitalwert umgerechnet und nach Abzug der hälftigen Teilungskosten anhand der für sie aus mathematischen Barwertfaktoren der ausgleichsberechtigten Person umgerechnet wird. Hälftig geteilt werden also nicht die Versorgungspunkte oder der Barwert. Ein Verstoß gegen den grundgesetzlich verankerten Gleichbehandlungsgrundsatz liegt nicht vor, wenn die tatsächlich statistisch unterschiedliche Lebenserwartung von Mann und Frau berücksichtigt wird (Beschluss vom 31.07.2015 - 14 UF 42/15).

Einkommensmindernde unterhaltsrechtliche Berücksichtigung der Zahlungen des Insolvenzschuldners, überobligatorische Nebentätigkeit:

Oberlandesgericht Karlsruhe: Der vom Unterhaltspflichtigen aufgrund seiner Privatinsolvenz an den Treuhänder abgeführte Betrag ist einkommensmindernd zu berücksichtigen, wenn der Insolvenzschuldner seine Ehefrau nicht vorwerfbar nicht als unterhaltsberechtigte Person angegeben hat. Die Aufnahme einer Nebentätigkeit neben einer vollschichtigen Tätigkeit nach der Trennung, aber vor der Scheidung der Parteien, hat die Ehe nicht geprägt und ist in vollem Umfang überobligatorisch (Beschluss vom 12.03.2015 - 2 UF 143/13).

Kündigung einer privaten Rentenversicherung vor Entscheidung über Versorgungsausgleich:

Oberlandesgericht Schleswig: Eine vor Entscheidung über den Versorgungsausgleich gekündigte private Rentenversicherung unterfällt nicht mehr dem Versorgungsausgleich. Die Kündigung der Versicherung und die Auszahlung des Guthabens kann sich aber als illoyale Einwirkung auf das Versorgungsanrecht darstellen. Die Auszahlung des Guthabens zur Behebung finanzieller Schwierigkeiten stellt im Allgemeinen keine illoyale Einwirkung auf das Versorgungsanrecht dar, und zwar auch dann nicht, wenn die finanziellen Schwierigkeiten durch eine Verletzung der Erwerbsobliegenheit mitverursacht wurden (Beschluss vom 11.11.2014 - 10 UF 61/14).