Familienrecht

 

Als Fachanwalt im Familienrecht berate und vertrete Sie z.B. in folgenden Angelegenheiten:

  • Ehescheidung
  • Abschluss, Optimierung und Prüfung von familienrechtlichen Verträgen (z.B. Ehevertrag, Scheidungsfolgenvertrag)
  • Unterhalt, Ehegatten für die Zeit bis zu einer Scheidung und im Anschluss an eine Scheidung auch bei selbständiger Erwerbstätigkeit eines der Beteiligten oder bei der Beteiligten
  • Betreuungsunterhalt nicht verheirateter Eltern
  • Kindesunterhalt
  • Trennung (frühzeitige Erstellung eines Handlungskonzepts und Weichenstellung, Einleitung der familienrechtlich notwendigen Maßnahmen)
  • Vermögensauseinandersetzung, also Auseinandersetzung gemeinsamer Vermögenswerte wie Immobilien auch durch Teilungsversteigerung, Kapitalanlagen usw.
  • Versorgungsausgleich (Ausgleich der während der Ehe erworbenen Versorgungsanrechte z.B. aus der gesetzlichen Rentenversicherung oder betrieblichen Altersversorgung)
  • Zugewinnausgleich, Güterrecht (insbesondere Ausgleich des während der während der Ehe hinzuerworbenen Vermögenswerte)


Als Rechtsanwalt befasse ich mich seit 30 Jahren intensiv mit dem Familienrecht und den damit untrennbar zusammenhängenden Rechtsgebieten (z.B. Gesellschaftsrecht, Insolvenzrecht, Sozialversicherungsrecht, Immobilienrecht usw.). Einen Schwerpunkt meiner Tätigkeit auf dem Gebiet des Familienrechts bildeten rechtliche Auseinandersetzungen unter Beteiligung von Selbstständigen (Freiberufler wie Ärzte, Architekten und Gewerbetreibende).

Das Familienrecht hat sich immer mehr zu einer hoch komplexen Materie entwickelt. Die Bearbeitung familienrechtlicher Mandate als Rechtsanwalt erfordert daher zunächst ein hohes Maß an Fachwissen und dessen Aktualisierung durch ständige Fortbildung. Ferner sind sind die Mandanten emotional betroffen, sodass es auch in der menschlichen Verantwortung des Rechtsanwalts liegt, mit den vom Familienrecht zur Verfügung gestellten Mitteln innerhalb eines angemessenen Zeitraumes eine weitgehende Wiederherstellung der Lebensqualität zu erreichen. Dazu ist es notwendig, dass Mandant und Rechtsanwalt gemeinsam realistische und rechtlich erreichbare Ziele abzustecken.

Durch meine langjährige Tätigkeit als Rechtsanwalt am Sitz des Amtsgerichts Kiel sind mir die regionalen familienrechtlichen Besonderheiten vertraut. Meine Tätigkeit im Bereich Familienrecht beschränkt sich jedoch nicht auf Kiel oder den Großraum Kiel, sondern erstreckt sich auf das gesamte Bundesgebiet. Ich übernehme also auch gerne Mandate und Termine außerhalb von Kiel.


Aktuelle Rechtsprechung im Familienrecht

Minderung des Kindesunterhalts durch mietfreie Wohnungsüberlassung, Mehrbedarf:

Oberlandesgericht Frankfurt am Main: Überlässt der barunterhaltspflichtige Elternteil der Kindesmutter und den gemeinsamen Kindern seinen Anteil an einer Eigentumswohnung unentgeltlich, ist dies durch eine angemessene Herabstufung der Einkommensgruppe der Düsseldorfer Tabelle zu berücksichtigen. Kosten der außerschulischen Förderung von Kindern können ebenfalls als unterhaltsrechtlicher Mehrbedarf zu berücksichtigen sein, wie kieferorthopädische Behandlungskosten (Beschluss vom 26. Juni 2020 - 4 UF 176/19).

Keine Verringerung der Steuerminderung wegen Unterhaltszahlungen an volljähriges Kind, wenn der Lebensgefährte des Kindes über ausreichendes Einkommen verfügt:

Bundesfinanzhof: Die Leistungen der Eltern für ein nicht kindergeldberechtigtes Kind in der Ausbildung sind als außergewöhnliche Belastungen steuermindernd zu berücksichtigen. Der geltende Höchstbetrag wird nicht gekürzt, wenn das Kind mit einem Lebensgefährten zusammenlebt, der über ausreichendes Einkommen verfügt (Urteil vom 28. April 2020 - VI R 43/17). 

Aufhebung einer Auslandsehe mit einer 16-jährigen Ehefrau:

Bundesgerichtshof: Dem Familiengericht steht bei der Aufhebung einer im Ausland geschlossene Minderjährigenehe auch dann ein familienrechtlicher Ermessenspielraum zu, wenn die Ehe vor vielen Jahren geschlossen wurde und aus ihr Kinder hervorgegangen sind. Über lange Jahre im Erwachsenenalter bewusst gelebte Familienwirklichkeit kann einer Aufhebung der Ehe entgegenstehen (Beschluss vom 22. Juli 2020 - XII ZB 131/20).

Kindergeld für ein während der Ausbildung unbestimmt lange erkranktes Kind:

Finanzgericht Münster: Erkrankt ein volljähriges Kind während seiner Berufsausbildung, besteht auch dann Anspruch auf Zahlung des Kindergeldes, wenn das voraussichtliche Ende der Erkrankung nicht feststeht (Urteil vom 1. Juli 2020 - 11 K 1832/19 Kg).

Berücksichtigung der sechsmonatigen Ausschlussfrist schon bei der Festsetzung des Kindergeldes:

Bundesfinanzhof: Die für die rückwirkende Gewährung des Kindergeldes geltende Ausschlussfrist muss schon bei der Festsetzung des Kindergeldes berücksichtigt werden. Lässt die Familienkasse diese Ausschlussfrist bei der Festsetzung des Kindergeldes unberücksichtigt, muss sie das Kindergeld auch für einen länger zurückliegenden Zeitraum zahlen (Urteil vom 19. Februar 2020 - III R 66/18).

 

Rechtsprechung Familienrecht in Schleswig-Holstein

Ordnungsmittel wegen Zuwiderhandlung gegen Umgangstitel:

Oberlandesgericht Schleswig: Die erhöhte Gesundheitsgefahr aufgrund der Corona-Pandemie führt nicht ohne weiteres zur Abänderungsbedürftigkeit eines bestehenden Unterhaltstitels. Der Umgangsverpflichtete hat einen Verstoß gegen eine bestehende Umgangsregelung trotz des allgemeinen erhöhten Ansteckungsrisikos zu vertreten. Zur Durchsetzung des Umgangsrechts hatte das Familiengericht das Ermessen regelmäßig dahingehend auszuüben, dass bei Verstößen gegen die Umgangsregelung Ordnungsmittel zu verhängen sind (Beschluss vom 25. Mai 2020 - 10 WF 77/20).

Familiengerichtliche Genehmigung des Erwerbs eines Kommanditanteils durch ein minderjähriges Kind:

Oberlandesgericht Schleswig: Ob die gesellschaftsrechtliche Beteiligung eines Minderjährigen an einem Erwerbsgeschäft genehmigungsbedürftig ist, bestimmt sich allein nach den mit der Beteiligung an der Gesellschaft verbundenen abstrakten Gefahren für das Vermögen des Minderjährigen. Genehmigungsbedürftig ist deshalb auch der Erwerb einer Beteiligung an einer bestehenden Kommanditgesellschaft durch einen Minderjährigen, wenn die Gesellschaft ein Erwerbsgeschäft betreibt. Ob der Anteilserwerb ein wirtschaftlicheres des Minderjährigen darstellt, ist nach einer Gesamtabwägung aller mit dem Erwerbsvorgang verbundenen Vor- und Nachteile zu entscheiden (Beschluss vom 27. Januar 2020 - 15 WF 70/19).

Entziehung von Teilbereichen der elterlichen Sorge:

Oberlandesgericht Schleswig: Konkrete Teilbereiche der elterlichen Sorge dürfen aus Gründen der Verhältnismäßigkeit familiengerichtlich nur entzogen werden, soweit es zur Abwehr einer Kindeswohlgefährdung erforderlich ist. Aus Gründen des Kindeswohls muss ein konkretes Handlungsbedürfnis bestehen. Reine Praktikabilitätserwägungen rechtfertigen nicht die Entziehung von Sorgerechtsbereichen (Beschluss vom 16.04.2019 - 10 UF 13/19).

Entziehung von Teilbereichen der elterlichen Sorge:

Oberlandesgericht Schleswig: Konkrete Teilbereiche der elterlichen Sorge dürfen aus Gründen der Verhältnismäßigkeit familiengerichtlich nur entzogen werden, soweit es zur Abwehr einer Kindeswohlgefährdung erforderlich ist. Aus Gründen des Kindeswohls muss ein konkretes Handlungsbedürfnis bestehen. Reine Praktikabilitätserwägungen rechtfertigen nicht die Entziehung von Sorgerechtsbereichen (Beschluss vom 16.04.2019 - 10 UF 13/19).

Kein gleichzeitiges Scheidungsverfahren vor libanesischem Scharia-Gericht und deutschem Familiengericht:

Oberlandesgericht Hamm: Das Verfahrenshindernis der doppelten Rechtshängigkeit steht gleichzeitigen Scheidungsverfahren vor einem libanesischen Scharia-Gericht und einem deutschen Familiengericht entgegen (Beschluss vom 06.01.2017 - 3 UF 106/16).